Archive for the 'Nachdenken' Category



Was ist kognitiv hochsensibel?

Ich habe den Eindruck, Hochsensibilität wird vor allem mit Empathie und der emotionalen Sensibilität verknüpft. Wenn man dieses Bild im Kopf hat, wird man die kognitiv Hochsensiblen übersehen – ihre Domaine, die sie tief und intensiv verarbeitet, sind nicht eigene und fremde Gefühle, sondern Ideen und Konzepte. (M)ein Beispiel:

3593950194_aa1de8d67c_zIch bin ein Denker.
(Ich bin auch ein Fühler, aber darum geht es jetzt nicht.)

Ich will alles durch-denken. Das ganze System, in all seiner Komplexität. Denn die Welt ist komplex. Und es ist doch ganz logisch: wenn ich an einer Stelle eine Stellschraube drehe, muss ich auch woanders etwas verändern, damit es im Gleichgewicht bleibt. Mir ist es wichtig, das große Bild im Blick zu behalten: was ist meine Rolle, was ist unser gemeinsames Ziel, und wie hilft uns die Struktur, dorthin zukommen.

Man sagt mir auch, ich sei sehr selbst-reflektiert. Das stimmt wahrscheinlich, aber ich denke mir immer: ich kann doch eh nicht anders … Immer, wenn ich in einer neuen Situation war, vielleicht auch in einer überfordernden Situation, denke ich darüber nach, manchmal tagelang. Und dabei läuft vieles nicht über Logik, sondern über Intuition: ich verknüpfe unbewusst es mit vorherigen Erfahrungen, vergleiche es mit anderen Theorien und ziehe dadurch meine Schlüsse. Und darum liebe ich es, gute Romane zu lesen: dadurch kann ich Dinge mit-erleben, die sonst nie meine Lebenswelt wären.

Und wenn ich am Horizont ein stimmiges, passendes, „schönes“ System sehe – etwas, was das Leben bereichert, etwas, was Sinn-voll ist – dann motiviert mich das, alles dafür zu geben, dass dieses System eines Tages Realität werden kann. Dabei verzettele ich mich manchmal zu sehr in den Details … oder in der Planung.

Manche sind auch genervt, dass ich immer so tief nachdenke. Sie hätten gerne schnellere Entscheidungen oder einfachere Antworten. Die Herausforderung für mich ist dabei, bewusst zu entscheiden, wie viel Tiefe ich gerade angemessen halte – ob ich den Teller mit der linken oder rechten Hand spüle, kann ich inzwischen auch einfach aus dem Bauch heraus entscheiden.

Ich mag mich.

„Die kognitiven Hochsensiblen können sich in der Regel sehr in ein Thema vertiefen und es analytisch und intellektuell durchdenken. Sie können schnell Lücken im System oder in Gedankengängen erkennen, komplexe Zusammenhänge darstellen, wissenschaftliche Publikationen schreiben und gut mit dem Computer umgehen. …“

Brigitte Schorr, Hochsensibilität – Empfindsamkeit leben und verstehen. 2016. S. 21-22

Zeichnung von Dan Allisson (CC BY-NC)

Dietrich Bonhoeffer: Wer bin ich?

gefaengnisDietrich Bonhoeffer schreibt im Gefängnis:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest,
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig lächelnd und stolz,
wie einer, der siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

.


„Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ (Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung)

(Photo von Laura – CC BY-NC-SA)

Sensibilität ist wie Resonanz

gitarreIch behaupte: Jeder Mensch ist irgendwo sensibel. Vielleicht unterschiedlich stark, ok, das mag sein. Aber Sensibilität an sich ist einfach menschlich. Die Frage ist, für was bist du besonders sensibel?

Es gibt ein Buch, das heißt „Zart besaitet“. Und ich dachte: was für eine schöne Metapher. Denn die Saiten (z.B.) von einer Gitarre zeigen ein Phänomen, das man „Resonanz“ nennt: Wenn zwei Seiten auf den gleichen Ton gestimmt sind, und eine Seite angeschlagen wird, schwingt die andere mit. Sie nimmt den Ton auf und verstärkt ihn.

In unserer Seele sind auch solche Saiten, die gestimmt sind auf bestimmte Dinge. Ich merke zum Beispiel, dass tiefe Gespräche in mir tagelang „nachhallen“, wie ein Echo – ich denke an einzelne Aspekte davon, sehe Zusammenhänge und verarbeite so ihren Sinn. Oder: wenn ich einen aufregenden Film geschaut habe, träume ich Nachts über ähnlich aufregende Dinge. Andere Dinge dagegen nehme ich einmal kurz wahr und kann sie dann gut ausblenden.

  • Was ist etwas, was dein Inneres zum „mitschwingen“ bringt?
  • Wann fühlt sich dieses Schwingen schön an, wann unangenehm?
  • Wozu hat Gott uns diese Fähigkeit zur Resonanz gegeben?

Die Psychologie sagt: über das, was uns wichtig ist, denken wir besonders intensiv nach. Oder anders herum: wenn wir keine positive oder negative Bewertung („Valenz“) zu einem Gedanken haben, vergessen wir ihn auch wieder ganz schnell.

  • Was ist der Wert, der hinter dem steckt, was dich besonders anspricht – was ist dir Wert-voll bzw. was willst du unbedingt vermeiden?

Wie gesagt: wahrscheinlich ist jeder Mensch in irgend einer Weise sensibel. Hochsensible haben vielleicht besonders viele solche Lebensgebiete, und nehmen das Mitschwingen stärker wahr – aber die Veranlagung zur Sensibilität ist die Gleiche.

Hochsensible Mitarbeiter in der Gemeinde

Artikel (PDF) im Magazin Offene Türen von Forum Wiedenest, Ausgabe 3/2018 (Juni 2018)

Potenzial-Entdecker, hohes Einfühlungsvermögen, engagiert und hilfsbereit, gute Wahrnehmung von geistlichen Situationen – wer möchte nicht solche Mitarbeiter? Mit diesen Worten beschrieben im März 2018 die 82 Teilnehmer einer Umfrage, welche Aspekte sie an der Zusammenarbeit mit hochsensiblen Mitarbeitern schätzen.

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Alle Befragten waren sich darin einig, dass es wichtig ist, dass Menschen, die von Hochsensibilität (auch Hochsensitivität genannt) betroffen sind, diese Thematik kennenlernen. Denn für eine gute Zusammenarbeit ist es grundlegend, dass sich alle Beteiligten ihrer besonderen Stärken und Schwächen bewusst sind. Hochsensibilität bedeutet vor allem, dass die wahrgenommenen Ideen, Gefühle und Eindrücke überdurchschnittlich tief und lange verarbeitet werden. Zum Beispiel: In einer wichtigen Gruppendiskussion werden Mitarbeiter mit dieser Veranlagung zunächst intensiv zuhören, die jeweiligen Anliegen der Personen in sich aufnehmen, das Wahrgenommene intuitiv mit anderen Erfahrungen verknüpfen und innerlich kreative Problemlösungen erarbeiten. So kann es passieren, dass sie anschließend extrem erschöpft sind, obwohl sie kein Wort gesagt haben. Oder auch, dass ihnen Stunden oder Tage später plötzlich eine Lösung einfällt. In einer erfolgreichen Zusammenarbeit können solche Mitarbeiter erfahren, dass ihre Gedanken und Empfindungen den Leitern wertvolle Informationen geben können, auch wenn ihre Vorschläge vielleicht nicht unverändert umgesetzt werden.

Wie wichtig ist es dabei, reif mit sich selbst umzugehen! Dieses Thema wurde auch von einem Umfrage-Teilnehmer genannt: „Ich finde, Hochsensibilität ist eine wundervolle Gabe Gottes, die man wie andere Gaben auch pflegen und weiterentwickeln muss …“ Am Anfang steht folgende Erfahrung: Wir brauchen die Ergänzung durch andere – und sind selbst fähig und bereit, andere zu unterstützen. Wenn Gott uns spezielle Gaben schenkt, haben wir auch die Verantwortung, herauszufinden, wie wir diese Gaben für sein Reich einsetzen können. Nur so kann Gemeinde wie ein lebendiger Körper funktionieren (1. Korinther 12). Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, Hochsensible in ihrem Reifungsprozess zu unterstützen, damit sie mit dieser Gabe ihrer Gemeinde dienen können.

In meiner Abschlussarbeit stelle ich die Umfrageergebnisse ausführlicher vor und gebe weitere Tipps für eine gelungene Zusammenarbeit.

Stärken (Hauptamtliche)

Antworten der Gemeinde-Mitarbeiter auf die Frage: Welche positiven Erfahrungen hast du mit hochsensiblen Mitarbeitern in deiner Gemeinde gemacht? (Mehr in der Abschlussarbeit) (vergrößern)

Hochsensibilität und Christsein

Hochsensibilität – was ist das?

Hochsensible Menschen (manche nennen sie auch „hochsensitiv“) verarbeiten das, was sie wahrnehmen, sehr gründlich und tief. Das liegt an der Art, wie das Gehirn funktioniert: von den Tausenden Informationen, die über unsere Sinne auf uns einströmen, können alle Menschen nur einen kleinen Bruchteil bewusst wahrnehmen, wir filtern uns automatisch heraus, was uns relevant erscheint. Bei Hochsensiblen sind diese Filter nicht ganz so stark ausgeprägt, so dass sie feinfühlig auf Nuancen reagieren – aber auch schneller überfordert sind, weil ihnen „alles zu viel“ wird. Musik, Geräusche, Emotionen, Gerüche lösen in ihnen starke Gedanken und Gefühle aus, die dann erst mal sortiert werden wollen, und daher verhalten sie sich oft anfangs sehr vorsichtig und zurückhaltend. Dieses Persönlichkeitsmerkmal ist also Stärke und Schwäche zugleich.

Konkret?

Bei mir sieht das so aus:

  • Auf kognitiver Ebene nehme ich Ideen und Konzepte nicht isoliert wahr, sondern ziehe ständig Querverbindungen zu anderen Wissens-Domainen. (Am liebsten würde ich in meiner Ausbildung weniger Fächer gleichzeitig lernen, um mehr Zeit für die Verarbeitung zu haben.) Wenn ich Texte in eine andere Sprache übersetze, bemerke ich, dass ich sehr viel in Bildern und Gefühlen denke und diese versuche zu übertragen. Ich bin ein Sinn-Sucher: bei allen Plänen suche ich nach der Motivation und ordne es in das Gesamt-System ein, und wenn ich keinen Sinn entdecke, fällt es mir extrem schwer, meine Aufgabe zu erledigen. Und ich liebe Qualität: was ich sage, muss erst durchdacht und von vielen Perspektiven beleuchtet sein, bevor ich es weitergebe.
  • Auf emotionaler Ebene nehme ich oft Gefühle in den Augen und Verhalten von anderen wahr, und sie hallen in mir noch Stunden nach, wie ein Echo. Kunst spricht mich tief an. Damit ich nicht von meinen Gefühlen überfordert bin, muss ich sie immer wieder kreativ verarbeiten – ich geh dann Klavier spielen, Tagebuch schreiben oder malen. Intuitiv bemerke ich, welche Erwartungen in der Luft liegen – und ich bin dabei zu lernen, mich abzugrenzen, denn es ist unmöglich, allen Erwartungen gerecht zu werden.
  • Diese intensive Reizverarbeitung ist manchmal sehr anstrengend (aber ein Tag ohne solche Herausforderungen wäre auch langweilig). Darum brauche ich 8-9h Schlaf und einsames Spazieren durch die Natur, um mit innerem Frieden und freudiger Erwartung durch die Welt gehen zu können.

Hochsensibilität in Gemeinde (und anderen Teams)

Für mich hat es viele Jahre gedauert, bis ich mit diesen meinen Besonderheiten gut umgehen konnte – und der Prozess geht weiter. Aber immer wenn es mir gelingt, mit meinen Stärken der Gemeinschaft zu dienen, bin ich glücklich: wir Menschen brauchen einander in unserer Vielfalt. Jede Gabe ist wichtig. Und so möchte ich nun anderen helfen, diesen Prozess zu gehen.

Wozu? Da gibt es ein geniales Bild in der Bibel: alle Christen sollen wie ein Körper zusammenarbeiten. Das ist auch meine Überzeugung, was Hochsensibilität betrifft: Hochsensible und Nicht-Hochsensible müssen einander besser verstehen, damit sie Seite an Seite für Gottes Gerechtigkeit kämpfen können

Es ist wie in Herr der Ringe: Gimli, der Zwerg, tötet die Elefanten, indem er kraftvoll und beharrlich auf sie mit seinem Schwert eindrischt. Legolas, der Elb, spannt seinen Bogen, zielt mehrere Sekunden lang, und trifft dann genau die Stelle, an dem der Elefant verwundbar ist. Keine Methode ist an sich „besser“ oder „wichtiger“. Zwar zählen sie mit, wie viele Elefanten jeder erlegt hat, aber sie wissen genau: ohne den anderen hätte ich keine Chance. Und das ist auch die Gesamtbotschaft des Romans: die Gefährten brauchen einander, obwohl … oder gerade weil sie so unterschiedlich sind.

Mein Ziel ist also größer als hochsensiblen Menschen ein glückliches, beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. (Wäre in dieser Welt auch ziemlich utopisch.) Sondern: wenn sie begreifen, dass sie einen Vater im Himmel haben, der es wirklich gut mit ihnen meint, dann werden sie sich erlauben, Kind zu sein. Sie werden sich lieben lassen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und an die richtige Adresse gehen, um sie zu stillen. Und dadurch werden sie reif, Gottes Liebe an andere weiterzugeben. Lieben und sich lieben lassen gehört zusammen.

In der Bibel gibt es noch ein wunderschönes Bild dafür: Christen sind wie eine Braut, die sich auf ihre Hochzeit mit Jesus vorbereitet. Zur Zeit des Neuen Testamentes war es üblich, dass der Bräutigam nach der Verlobung in seine Heimatstadt reiste, um alles zu klären, und dann zurück kam – aber man wusste nicht wann. Wie aufregend! Wie erwartungsvoll!

Das ist mein Lebenstraum: zu sehen, wie die Gemeinde Jesu auf der ganzen Welt in dieser Erwartungshaltung lebt. Das ist der Schmuck, den sie anlegen soll: das volle Vertrauen auf Gott. Und wenn sie sich darauf fokussiert, wird sie andere Dinge einfach weglassen, weil diese unnötig oder sogar hinderlich sind. Simply trust.

Wie finde ich meine Berufung – Moments when I felt alive

Manchmal bricht ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke, die man „Alltag“ nennt. Der Zeitpunkt wird ein besonderer Moment, und schließlich eine kostbare Erinnerung. Und im Nachhinein kann ich darin lesen: Ach so, dafür lebe ich.

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Es sind schöne Momente. Momente, in denen ich neue Kraft, neue Hoffnung schöpfe. Es sind Gipfelerfahrungen, in denen ich mir neu Orientierung verschaffe. Sie sind rar – und dafür umso willkommener.

Und doch entstehen sie nur dann, wenn ich über meinen Schatten springe und etwas wage. Sie sind Geschenke – ich kann sie nicht erzwingen. Und immer sind sie „work in progress“, eine Baustelle mitten im Leben, nichts Endgültiges oder Gott-Ähnliches.

Vor allem aber: sie sind wie Hinweistafeln, die auf den Traum zeigen, den Gott in mich hinein gelegt hat.

„The place where God calls us is the place where our deep joy and the world’s deep hunger meet.“ (Frederik Buechner, Wishful Thinking: A Seeker’s ABC. – Der Ort, an den Gott uns beruft, ist da, wo unsere tiefe Freude und der tiefe Hunger der Welt sich treffen. – Diese Wahrheit wurde wunderbar illustriert von Bruce Wilkinson: Schöpfer der Träume)

Aber letztendlich ist selbst diese Berufung nicht das Wichtigste in meinem Leben. Meine erste Berufung ist: „Liebe Gott. Lass dich von ihm lieben. Und tu das, was in dieser Liebe steckt.“

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig lebendig gefühlt?

Seit vielen Jahren habe ich ein Büchlein, in dem ich solche Momente sammle. Wie kannst du dafür sorgen, dass du deine Lichtblick-Momente nicht vergisst?

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Hier eine Beispiel-Seite:

LICHTBRINGER

Wie Hände, die eine Kerzenflamme vor dem Wind schützen,
wie Füße, die Licht-Spuren hinterlassen,
wie Sonnenschein, beständig sanft und radikal.
Wie ein Wächter, der auf Missstände aufmerksam macht,
wie ein Liebender, dessen Hoffnung nicht endet,
wie ein Priester: Gottes Reich komme!

Nov 2011 – Vor der Uni zetert und weint jemand. Zunächst ließ ich mich nicht in meiner Unterhaltung mit einem Freund stören. Ok, ich hatte auch Angst: vielleicht kenn ich die Person sogar. Aber als ich dann alleine war und anfangen wollte zu arbeiten, ließ ich mich rufen und kehrte um. Was kann ich denn tun? Zuhören.

Und so ging ich auf sie zu, und hörte zu. Sie war verzweifelt, weil sie scheinbar alles versucht hat, kein Job, kein Geld, keine Freunde. Nach einer Weile frage ich, wonach sie eigentlich sucht, und sie gesteht ein, dass sie das alles aushalten würde, wenn sie stabile Beziehungen hätte. Am Ende sagte ich: „Ich werde für Sie beten.“ – „Schon wieder einer von diesen Christen … aber wenigstens sagst du nicht, dass ich beten soll.“ Und schließlich wünschte ich ihr ein „normales“ Leben, das, wonach sie sich sehnt.

Meine Stärken:

  • Mitleid, Empathie
  • Intensiv zuhören aber innerlich den Blick auf Gott
  • Sensibilität: was sage ich (nicht)?
  • Ruhe ausstrahlen

Ähnliche Situationen:

  • Brief: „Du bist wertvoll“
  • Alkoholiker S-Bahn

 

(Photo: James Wheeler, CC BY-NC-SA)

Hochsensible sind wie Roh-Diamanten – Investieren Sie jetzt.

Haben Sie schon einmal ein Roh-Diamanten gesehen? Ziemlich sicher.

Roh-Diamanten sind unscheinbar; kein Laie könnte sie von Glas unterscheiden. Es wäre dumm, wenn man mehr als einen Flohmarkt-Preis dafür zahlt. Aber das geschulte Auge eines Experten erkennt den Wert, das Potential, die brillante Schönheit, die der Schliff hervorbringen kann. Sind Sie ein solcher Experte? Sie können es werden.

In jedem Mensch steckt ein unglaublicher Wert. Aber es gibt Menschen, die sich „unter Wert verkaufen“: sie tun das, was von ihnen verlangt wird – nicht das, was sie am besten können. Sie verstecken ihr Potential. Sie sind Meister der Anpassung. Warum sollte man das machen? Nun, haben Sie schon einmal ihre Ideen verschwiegen, weil Sie Angst hatten, damit anzuecken?

Stellen Sie sich nun vor, das wäre nicht einmalig, sondern Alltag. Und es sind nicht nur ihre Gedanken, sondern ihre Gefühle, ihr Verhalten, … – alles ist irgendwie „anders“, als wären Sie in einer fremden Kultur. Stellen Sie sich vor: Neben Ihnen quietscht eine Bremse, Sie fahren erschrocken zusammen, aber ihre Freunde schauen Sie nur verwirrt an – wenn sie die Bremse überhaupt gehört haben. Oder: In ihnen herrscht ein Gefühlschaos, weil eine Person, die Ihnen wichtig ist, sie „schräg“ angeschaut hat – Sie versuchen sich zu beruhigen, vielleicht ist sie ja gar nicht auf mich wütend, aber die zerstörerische Kraft „wütet“ bereits in Ihnen. Und abends fallen Sie erschöpft ins Bett: so viele Eindrücke! So viele Emotionen! Und so viel Ablehnung … Kennen Sie solche Situationen?

Hochsensible Menschen sind damit ihr Leben lang aufgewachsen. Sie nehmen Ideen, Gefühle, Wahrnehmungen und Übernatürliches intensiver wahr als die übrigen 80% der Bevölkerung, weil ihre Wahrnehmungsfilter reduziert sind. Jeder filtert seine Wahrnehmung, ganz automatisch, nur unterschiedlich stark. Hochsensible sind Präzisionsinstrumente: sie sind geschaffen für den Zweck, feine Details zu erkennen. Viele sind kreativ, philosophisch oder sozial-empathisch stark. Und ihr ganzes Leben ist eine Frage an die Gesellschaft: „Darf ich sensibel sein? Darf ich dir helfen, das zu sehen, was du über-siehst? Können wir zusammenarbeiten?“ Werden Sie eine solche Zusammenarbeit wertschätzen?

In dieser Welt laufen viele Roh-Diamanten herum, nicht nur hochsensible: jeder ist schön, und kann lernen, mit seiner Persönlichkeit so umzugehen, dass sein Potential der Gemeinschaft zugutekommt. Davon träume ich: Dass zerbrochene Herzen wieder heilen. Dass Einsame wieder integriert werden. Und dass die Schönheit, die Gott in uns angelegt hat, wie ein Same aufkeimt, wächst, und schließlich Früchte bringt. Glauben Sie, dass das möglich ist? Wie viel sind Sie bereit, dafür zu zahlen?

Nur zusammen sind wir stark.


Zu durchwühlendes

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