Ich bin dein. Du bist mein. (Oder: Der Vertrag)

Eines Tages kam Gott zu mir, und in all seinem Reichtum sagte er: „Ich bin dein. Hier, nimm – es ist für dich bestimmt. Alles habe ich vorbereitet.“ Er reichte mir eine Urkunde, die bereits unterzeichnet war:

Ich, Gott, verpflichte mich bis ans Ende der Zeiten, dich, ______, zu ehren, zu schätzen und zu lieben. Wenn du lachst, lache ich mit dir; wenn du weinst, weine ich mit dir. Jede Sekunde ist dir meine Aufmerksamkeit sicher – ich bin da. Alle Sorgen und Bedürfnisse, ich bin stark und gut genug, um sie zu füllen. Wohin du gehst, werde ich gehen; meine Hand und meine Wunder werden durch dich sichtbar werden. Ich schreibe dies mit meiner eigenen Hand, entschließe mich aus freien Stücken dazu, immer für dich da zu sein. Ich bin dein. – i.A. Jesus

„Gibt es denn da gar kein Haken? Das ist ja ein ziemlich einseitiger Vertrag, was du mir da alles schenken willst, hast du keine Angst, ausgenutzt zu werden?“
– „Du hast die Überschrift nicht gelesen.“
„Welche Überschrift?“
– „Ich teile alles mit dir.“
„Was meinst du mit teilen?“
– „Was mein ist, ist auch dein.“
„Wow.“

– „Ich habe noch einen anderen Vertrag, den ich dir zeigen möchte: willst du mein Partner werden?“
„Partner mit dem König der Welt?“
– „Ich bin Souverän, ich kann mir meine Partner aussuchen wie ich will. Und ich will dich.“

„Und was heißt das genau?“
Er schwieg. Ich ahnte, dass mir eine schwierige Entscheidung bevorstehen sollte, darum fragte ich schnell: „Kann ich nicht einfach nur Beschenkter sein?“
– „Es steht dir frei. Aber vielleicht verpasst du gerade dann das größte Geschenk.“
„Nämlich?“
– „Ich lade dich ein, mit mir zu träumen, zu weinen, zu lachen. Lerne mich kennen, lass dich von mir ausbilden, und arbeite den Rest deines Lebens bei mir.“
„Wie meinst du das, nur für dich?“
Ohne Worte legte er mir den anderen Zettel hin:

Ich, ______, schließe ein Bündnis mit dir, Gott. Auf Grundlage deines Bündnisses mit mir will ich leben und arbeiten. Wohin du gehst, will ich gehen. Wenn du Stopp rufst, will ich gehorchen. Jeden Tag will ich dich, deine Wege und deine Geliebten mehr kennenlernen. Was immer dein Auftrag für mich ist, will ich mein Bestes geben, um ihn auszuführen. Meine Zeit, mein Geld, mein Charakter, meine Ambitionen, sogar meine Vorlieben, alles gehört nun dir; ich bin nur der Verwalter dessen, was du mir anvertraust. Dein Plan soll mein Plan sein, und für immer will ich dich ehren für das Privileg, mit dir leben zu dürfen. Ich bin dein.

Schweigend nahm ich den Stift. Das verlangt viel von mir. Aber hat er nicht auch alles mir gegeben?

Ich vertraue dir“, sagte ich und unterschrieb.

Mein Geliebter gehört mir
und ich gehöre ihm.
(Hohelied 2, 16)

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