Vermisst: Einfachheit

(English, plz …)

Ich hasse es zu suchen. Jedenfalls, wenn es um phyische Gegenstände geht: wo hatte ich meinen Schlüssel nochmal hingelegt? „Die Büroklammer ist in dem großen Schrank im Büro“. Jetzt könnten meine Besucher einwenden, „In dem Chaos (und ihre Augen schweifen in meinem Zimmer umher) möchte ich auch nicht leben …“ aber das entspricht nur halb der Wahrheit; nach jedem Aufräumen finde ich erstmal weniger als vorher. Ich hab wohl etwas von den Messies geerbt.

Andererseits, wenn es um innere Dinge geht, bin ich sehr ordnungsliebend. Dabei ist es auf Französisch dasselbe Wort (les chercheurs – die Suchenden, also die Wissenschafter; ähnlich: re-searcher), was den Steoreotypen des verplanten Professors ein wenig stört.

Nun, erst einmal möchte ich benennen, was ich verloren habe (wie sollte man Mathias finden, wenn man immer nach Matthieu fragt?). „Einfachheit“ gefällt mir nicht so gut wie „Simplicity“, weil es mir nicht darum geht, in einer einfachen Welt leben zu wollen – ich kann nichts dafür, dass ich in der westlichen Welt am Anfang des Technologie-Jahrtausends geboren wurde, aber ich habe auch nichts dagegen – sondern geht es mir um die Art, wie ich dieser Komplexität begegne. Das klingt dumm, genauso wie oben: „Warum räumst du nicht einfach auf?“ (Ich bin mir sicher, die Phase der einfach verständlichen und einfach bedienbaren Technik wird noch kommen, im Moment spielen wir noch wie im Sandkasten.) Soweit es möglich ist, möchte ich in den Köpfen der Technologie-Begeisterten aufräumen. Aber was ich vor allem wiederfinden möchte: den naiven Wunsch, alles verstehen zu wollen.

The Difference

Normale Menschen:Ich denke ich sollte das nicht nochmal machen.
Wissenschaftler: Ob das jedesmal so passiert?

XKCD: Der Unterschied

Aber wie beim Baum der Erkenntnis hat sich etwas Grundlegendes geändert, das nicht mehr rückgängig zu machen ist: ich weiß jetzt, dass man selbst in der Informatik ein ganzes Leben braucht, um in einem Fachgebiet richtig gut zu werden. Dass das Internet so groß ist, dass es mehr Wissen als jeder Mensch beherbergt, selbst Google kommt nicht hinterher. Und dass es nicht einen richtigen Beruf für mich gibt, sondern um die 10 000, von denen ich 10 kenne. Wie soll man da noch an das Ziel Allwissenheit glauben?

Powered by Plinky

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s




Zu durchwühlendes

Du möchtest eine Email bekommen, wenn ich einen neuen Text veröffentliche?

Altes: