Der theoretische Teil der DTS

Die Seminare (teachings) waren jedesmal sehr intensiv für mich. Nach dem Ende des Seminars wusste ich nicht mehr, was mich vor dem Seminar beschäftigt hat, und kaum noch, wie das Leben vor dem Seminar sich angefühlt hat. Nach der Einführungswoche, in der es um den Wertekatalog von Jugend mit einer Mission ging (da habe ich zum Beispiel festgestellt, dass ich mit „Gastfreundschaft“ sehr wenig anfangen kann: ich bin erstens zu sparsam, zweitens kann ich nicht viel mit Deko anfangen und drittens will ich mich von solchen Umständen auch gar nicht beeinflussen lassen. z.B. die Aussage, „wenn das Essen gut ist das halbe Seminar gerettet“, ist absolut nicht meine Denkweise. Meine Denkweise ist eher, „irgendwie werden wir schon satt werden.“),

hatten wir am folgenden Wochende ein Seminar über Konfliktfähigkeit und ein paar andere Themen die bei Kommunikation und Beziehungen wichtig sind. Für mich persönlich am wichtigsten war mein Entschluss: ich will nicht schweigen, wenn ich verletzt worden bin. Ich nahm mir vor, das nächste Mal, wenn ich mich übergangen fühle, den Mund aufzumachen. Und es ist immer wieder eine Überwindung, aber ich merke, so ist es letztendlich einfacher als damit zu warten „bis sich eine günstige Gelegenheit ergiebt“ weil es sehr lange dauern kann bis diese gelegenheit kommt. Und wenn sie dann tatsächlich kommt, würde ich erst überlegen, ob es mir tatsächlich noch wichtig ist, und überlege und überlege und komme zu keinem Ergebnis.

Dann das nächste Seminar war das FSJ-Einführungsseminar: ich bin der einzige FSJler dieses Jahr und bin so mit dem Zug nach Zwickau gefahren zu einer anderen FSJ-Einsatzstelle. Wir hatten dort einen ökomenischen Gemisch an Christen und dementsprechend bunt sahen die Gottesdienste auch aus. Ansonsten interessant waren die Themen (leider waren es viele themen 4 themen an vier tagen) „Credo“ wo wir in unserer Gruppe diskutieren mussten was wir glauben, was wir alle unterstützen, und wie wir das so konkret ausdrücken können dass ein Mensch unserer Gesellschaft etwas damit anfangen kann.
„GOTT IST DER PERFEKTE, LIEBENDE VATER. BEI IHM FINDE ICH WIE IN DEN ARMEN EINER MUTTER GEBORGENHEIT. BEI IHM DARF ICH KIND SEIN UND MICH EINFACH FALLEN LASSEN. ICH GLAUBE, DASS GOTT SCHÖPFER DIESER ERDE UND MEINES LEBENS IST. ER HAT ALLES ERDACHT UND HAT MACHT ÜBER ALLES, DAS HEIßT ER IST DER KÖNIG DES UNIVERSUMS.“

Dann wieder eine Woche später das Fabiano-Seminar, und wieder eine Woche später (die letzten drei Tage) „Mission Live“. Besonders beeindruckend war … nicht das Licht mit den vielen Scannern (so nennt man die Lampen die man verändern kann: wohin soll es strahlen? welche Farbe? welche Form?) … gestern vormittag. Ich weiß nicht warum. Es war nicht großartig neue Erkenntnis. Aber das, was vorne an Erlebnissen erzählt wurde, hat mein Herz gepackt und es aufgefordert, gehorsam zu sein. Wieder einmal 100 % in seine Hände zu geben.
Ansonsten wurde ich vollgepumpt mit den Themen Vision, finde deine Berufung, deine Begabungen, vertraue Gott etc. 3 Tage lang ging es um nichts anderes. Also mein persönlicher Teil davon: ich möchte eine viel größere Vision. Und selbst wenn mein Teil zur Zeit nur sei, zu kochen, zu putzen, die Internetseite zu betreuen, dann möchte ich es trotzdem in dem Bewusstsein tun, dass ich damit meine Base (so nennt man ein Zentrum, eine Lebensgemeinschaft bei Jugend mit einer Mission) unterstütze. Und damit, zum Beispiel durch die Kinder- und Jugendarbeit (es gibt einen christlichen Kindergarten hier, außerdem Kid’s Club (so für Grundschulkinder) und Hauskreis (für Jugendliche)), Hainichen positiv beeinflusse. Und damit Werte in meine Gesellschaft hineinbringe. Und damit sicherstelle, dass die zukünftigen Generationen immer noch eine Lebensgrundlage haben (solange wir zusammenarbeiten werden sich Öl- und andere Engpässe (Wasser!) irgendwie lösen lassen). Und damit die Ehre Gottes auf diese Erde gebracht habe.
Natürlich ist die Welt viel komplexer. Aber ich kann in sovielen Art und Weisen jeden Tag Gottes Ehre leben! And that’s what’s all about. (Habe dieses und das letzte Wochende so viel englisch gehört; ich kann jetzt englisch denken. That’s weird.) Wenn wir nicht von unserer (Gottes) Vision motiviert werden, leben wir nicht für andere, sondern für uns selber.

Leider komme ich in diese Haltung, dass es sich um mich dreht, immer wieder rein. In gewisser Weise dreht es sich ja auch um mich, aber ich bin nicht „der Mittelpunkt der Welt“, auch nicht meiner Welt. Ich habe nicht nur Entscheidungsfreiheit, sondern auch Verantwortung.

I will never forsake you sagte Gott heute zu mir. In allen deinen Problemen lasse ich dich nicht alleine. Ich meine hey how often have I heard this! Aber heute (Sonntag) hat es neu mein Herz berührt und meine Augen geöffnet. Und ich habe reagiert und meine Augen ihm geöffnet, ich habe ihm versprochen ihm zu vertrauen, gehorsam zu sein. Und so tat ich, was ich sah, und ich spürte, dass Gottes Wille ist dass ich es tue: ich zerriss mein T-Shirt, so wie im Alten Testament sie ihre Kleider zerrissen haben als Zeichen der Trauer. (Ich trauerte über meinen Ungehorsam. (Echte) Trauer ist der Anfang einer tiefen Umkehr.) hey das war gar nicht so einfach, deutsche T-Shirts kann man nicht einfach so zerreissen :-) oder zumindest habe ich es mir leichter vorgestellt.
Weißt du was mich abhalten wollte das zu tun: hey, das ist doch Wert, das kannst du doch nicht einfach so zerstören. Wieder einmal merke ich, dass ich zu sparsam geworden bin.

Ja, ich liebe Gott. Ich will ihn lieben von ganzem Herzen, mit allen meinen Ideen, mit all meiner perséverance, mit all seinen Zielen; ich will Planung und Organisation lernen; ich will Gehorsam und Ehren lernen. Thy will be done.

Übrigens Vroni: hier kann ich mein Pedantismus als Küchenverantwortlicher ausüben. Wenn ich die Gefriertruhe umräume, gibt es danach nicht nur eine Liste von Fleisch und Fisch, sondern 2,7 kg falsches Rinderfilet, 30 Semmeln (oh entschuldigung Brötchen, oder Doppelte); oder beim Rezepteschreiben kann man auch ganz genau sein.

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